Seniorenbeauftragter der Sektion Otterfing
Hallo liebe Sektionsmitglieder,

unter der obigen Bezeichnung kann sich jemand, der mit mir noch nicht unterwegs
war, kaum etwas Konkretes vorstellen. Deshalb will ich mit ein paar Informationen
versuchen, ein wenig Licht in die nebulöse Bezeichnung zu bringen.
Als erstes möchte ich kurz zu mir selbst etwas sagen: Ich bin 70 Jahre
alt, verheiratet mit einer ebenfalls bergbegeisterten Frau und Vater von
drei Kindern. Ins Gebirge gehe ich seit ca. 50 Jahren Sommer wie Winter
und habe in dieser Zeit viele Hundert Touren im gesamten Alpenraum und auch
einige in Südamerika unternommen.
Nun zum Wirkungskreis: Seit fünf Jahren steht bei 5 - 6 Touren im
Jahresprogramm der Sektion Otterfing der Hinweis, dass es sich um Seniorentouren
handelt: Was soll das heißen? Diese Touren sind von mir ausgesucht
und werden von mir begleitet. Dabei ist es mein Anliegen, speziell für
die etwas älteren Jahrgänge, in der Regel unter der Woche, Touren
durchzuführen, die den Wünschen und den Fähigkeiten der
teilnehmenden Sektionsmitglieder entsprechen und gerecht werden. Da wir
aber keinen "Altenclub" aufmachen wollen, sind jüngere
Teilnehmer gerne gesehen, wenn sie sich an die Zielsetzung der Seniorentouren
etwas anpassen.
Geeignete Touren zu finden ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht
denkt, denn in den vergangenen fünf Jahren hat sich gezeigt, dass in
keinem anderen Altersabschnitt die Unterschiede im Leistungsvermögen
so groß sind, wie im Seniorenbereich. Die meisten der Tourenteilnehmer/nehmerinnen
sind durchaus fit und wollen Berge besteigen, die sie noch nicht kennen
oder die zu begehen für sie alleine etwas zu kritisch sind. Oder aber
sie wollen einfach in der Gemeinschaft gehen. In jedem Fall aber soll es
sich um Touren handeln, die ein positives Bergerlebnis bieten, das man sich
auch etwas erkämpfen muss. Nur dass man das halt nicht mehr in dem
Tempo machen will, wie man das in jüngeren Jahren gewohnt war. Einfach
alles etwas gemütlicher. Dass es trotzdem Berge sind, die einen abwechslungsreichen
Auf- und Abstieg bei nicht zu großen Höhendifferenzen und eine
möglichst tolle Aussicht mit Gipfelschau bieten, versteht sich von
selbst. Es soll in jedem Fall ein gerade für den etwas älteren
Menschen so wichtiges Erfolgserlebnis herauskommen, das man mit anderen
teilen kann.
Ein gewisses Minimum an Leistungsvermögen muss deshalb auch bei den
leichteren Touren vorhanden sein, da sonst der Spaß durch häufiges
Warten arg getrübt wird oder aber sich die Gruppe so auseinanderzieht,
dass sich die hinteren gehetzt fühlen. Das will ich vermeiden. Mein
Tourenangebot reicht deshalb von der einfachen Wanderung (z.B. Achenseer
Hochplatte) bis zur anspruchsvolleren Tour (z.B. Serles oder dem Gr. Rettenstein)
frei nach dem Motto: Für jeden etwas!
Seit einigen Jahren treffe ich mich zum Jahresausklang mit allen Tourenteilnehmerinnen
u. -teilnehmern aus dem abgelaufenen Jahr zu einem gemeinsamen Abendessen,
um die Möglichkeit zu einem Erfahrungsaustausch und einfach zum Ratschen
zu bieten. Die Resonanz zeigt mir, dass man diese Möglichkeit sehr
gerne nutzt, um zum Jahresabschluss noch ein paar gemeinsame Stunden zu
verbringen.
Ich hoffe, dass es mir noch einige Jahre möglich ist, für die
Sektionsmitglieder ein interessantes Tourenangebot anbieten zu können
und ihnen auf diese Art zu schönen, gemeinsamen Bergerlebnissen zu
verhelfen.
Euer
Georg Mair
