© DAV/Marco Kost

Bericht Naturschutzreferent

02.11.2022

Die Initiative des DAV zu mehr Klimaschutz ist dringend nötig, auch wenn viele von uns (mich eingeschlossen) noch damit fremdeln. Zu bequem waren die letzten Jahrzehnte mit dem ungebremsten Individualverkehr. Zu schön die Freiheit, aufzubrechen wohin wir wollten, egal auf welchen Berg, über welche Autobahn, mit welchem Flieger. Zu lecker das Schnitzel auf der Hütte. Meine Hoffnung ist, dass wir nach den ersten Schritten auf dem langen Weg hin zur Klimaneutralität merken, dass es auch anders geht. Aber es wird nicht leicht, wir werden uns einschränken müssen, und wir müssen uns beeilen.

Der Winter war wieder mal geprägt durch wenig Schnee. Sogar auf den Skihochtouren rund um die Langtalereckhütte, die ja immerhin 2400 m hoch liegt, war die Schneelage im März erstaunlich schlecht. Die folgende Sektionsskitour ins Sarntal musste wegen Schneemangel gleich in ein anderes Gebiet verlegt werden. 

Vergleichsweise normal war die Mehrtages-MTB-Tour von Rovereto an den Monte Grappa und zurück Anfang Juni: Überwiegend schönes Wetter, unterbrochen durch einen Schlechtwettertag, der dann unser Ruhetag wurde. 

Der Gletscherkurs auf der Franz-Senn-Hütte Ende Juni hat dann gezeigt, dass es bald vorbei sein wird mit den Gletschern. Der Zustieg zum letzten kläglichen Rest des aperen Alpeiner Ferners, der früher mal gleich oberhalb der Hütte begann, war ganz schön lang. Dazu passten dann etwas später die Meldungen von der Rekord Gletscherschmelze in diesem heißen Sommer und dass der Südliche Schneeferner auf der Zugspitze jetzt kein Gletscher mehr ist und dass es in Deutschland jetzt nur noch vier kleine Gletscherlein gibt. 

Im August ist dann die Wanderung um den Vilsalpsee buchstäblich ins Wasser gefallen. Die Zufahrt ins Tannheimer Tal war wegen eines Murenabganges nicht möglich. 

Das zeigt, dass die Initiative des DAV zu mehr Klimaschutz dringend nötig ist, auch wenn viele von uns (mich eingeschlossen) noch damit fremdeln. Zu bequem waren die letzten Jahrzehnte mit dem ungebremsten Individualverkehr. Zu schön die Freiheit, aufzubrechen wohin wir wollten, egal auf welchen Berg, über welche Autobahn, mit welchem Flieger. Zu lecker das Schnitzel auf der Hütte. Meine Hoffnung ist, dass wir nach den ersten Schritten auf dem langen Weg hin zur Klimaneutralität merken, dass es auch anders geht. Aber es wird nicht leicht, wir werden uns einschränken müssen, und wir müssen uns beeilen. 

Viele Grüße

Alfons Bogner