© Anke Lehmann

Rund um’s Grödnertal

Eine Mehrtagestour durch die wilden Dolomiten

21.07.2023

Gestartet sind wir am ersten Tag in St. Ulrich mit der Standseilbahn auf die Raschötz, dann ging es vorbei an der Brogleshütte und weiter unterhalb der Geislerspitzen auf dem Adolf-Munkel-Weg zur Gampenalm (2062 m), unserem ersten Ziel. Da jedoch für den Zeitraum unserer Tour eine sehr labile Wetterlage vorhergesagt war, mussten wir bereits hier einmal unsere Wanderung wegen eines Gewitters unterbrechen und in der Glatschalm einkehren und pausieren, bevor wir trocknen Fußes zu unserer Unterkunft gelangten. Die Gampenalm ist eine schöne Alm in Privatbesitz - mit sehr gutem Essen. 

Am nächsten Tag umrundeten wir diesen Gebirgsstock auf seiner östlichen Seite durch herrliche Blumenwiesen und gelangten dann in den Bereich der herben Puezgruppe. Durch steiles Geröll stiegen wir hinauf zur Roascharte (2617 m), querten hier die Schuttreißen und dann ging es über eine klettersteigartig ausgebaute Passage in die Nivesscharte (2740 m). Dort oben gönnten wir uns erst einmal eine Pause, da das Wetter besser hielt als angekündigt, und genossen den Blick auf die Dolomitenprominenz wie Sella und Geislerspitzen. Über den Balkon der Puezalpe wanderten wir hinunter zu unserem nächsten Ziel, der Puezhütte (2475 m). Hier bot sich noch die Option der Besteigung der Östlichen Puezspitze (2913 m).

Am dritten Tag wanderten wir aus der Puezgruppe via Grödner Joch in die Sella. Auf unserem Weg dorthin überquerten wir am frühen Morgen die Karrenlandschaft der Crespeina Hochfläche und nahmen den Gipfel des Sas Ciampac (2672 m) mit. Von dort dann weiter zum Crespeinajoch und über das Cirjoch zum Grödner Joch. Hier ein kleiner Einkehrschwung bei „Jimmy" und dann auf der anderen Seite steil hinauf durch das seilversicherte Val Setus auf die Hochfläche des Sellablocks und zu unserem Etappenziel, der Pisciaduhütte (2585 m) mit dem Cima Pisciadu (2985 m).

Der vierte Tag war der längste, leider war das Wetter viel schlechter als angekündigt. Im Nebel stiegen wir ganz hinauf auf das Sella Plateau, um dann aber in östlicher Richtung ins Val Lasties abzubiegen. Kaum begannen wir den steilen und langen Abstieg, hörten wir Donnergrollen über uns, es regnete, aber zum Glück hielten sich die Gewitter dieses Tages noch fern. So gelangten wir zur Straße, die von Canazei hinauf auf’s Sellajoch führt, und kehrten dort erst einmal ein, das war nochmal gut gegangen. Der Weg zu unserem letzten Ziel, der Plattkofelhütte (2300 m), war dann alles andere als lustig: Ein Gewitter jagte das andere und geradeso schafften wir es bei Sturm und starkem Regen dorthin - mit Unterbrechung auf der Pertini Hütte. Dann war es aber auch wirklich gut. Nach wie vor krachte und blitzte es, aber wir genossen nun unseren letzten Abend auf der wunderschönen Plattkofelhütte.

Auch in der Nacht und am nächsten frühen Morgen kam das Wetter zunächst noch nicht zur Ruhe… es blitzte und donnerte wie verrückt. Die Wettervorhersage für den Vormittag war sehr instabil, aber nach dem leckeren Frühstück wagten wir den Abmarsch… und tatsächlich, die Sonne schien endlich für längere Zeit und wir konnten den Abstieg über die Seiser Alm noch richtig genießen. Die geplante Besteigung des Plattkofels (2958 m) haben wir jedoch auf ein anderes Mal verschoben.

In St. Ulrich spazierten wir dann noch ein wenig durch den Ort und gönnten uns einen Platz an der Sonne in einem Café, bevor wir unsere Autos aus der Parkgarage holten und uns auf den Rückweg machten. Auf der Autobahn fielen uns die zahlreichen zerbeulten Autos mit verklebter Heckscheibe auf, wir hatten noch gar nicht gehört, dass am Gardasee zur gleichen Zeit so heftige Unwetter mit Hagel gewütet hatten.

Wir hatten vor dem Hintergrund dieser lang anhaltenden schwierigen Wetterlage wirklich Glück gehabt und unsere Tourenplanung ging stets auf.

Danke an das tolle Team - super Leistung! Und wie immer war es grandios in den Dolomiten!

Anke