© Thomas Rychly

Livigno 2022 - Eine perfekte MTB-Woche

Bericht von Stefan Simmel

10.09.2022

Neuer Termin, neues Ziel, die gleiche gute Vorbereitung. Thomas und Tobias hatten sich dieses Jahr Livigno ausgesucht für unsere traditionelle Radl-Woche. Wie fast jedes Jahr bereitete Thomas die Woche akribisch vor. Zusammen mit seiner Frau Marion packte er bereits Wochen zuvor die Bikes ins Auto und schaute sich die Trails dort genau an. So konnte eigentlich nichts schief gehen, nur das Wetter blieb ein Unsicherheitsfaktor. Denn diesmal fand die MTB-Woche nicht Anfang August statt, sondern erst vom 10.-17. September. Und da kann das Wetter auf gut 1.800m Höhe schon mal ungemütlich werden. Das hielt vielleicht auch ein paar der Dauerteilnehmer*innen ab, denn diesmal waren wir statt der üblichen 15-20 Teilnehmer*innen nur zu acht. Liebe Leute, da habt ihr aber was verpasst 😉. 

Denn das Wetter war passabel bis phantastisch und wir waren jeden Tag auf den Rädern unterwegs. Los ging´s am Samstagmittag mit einer kleinen Runde zum Einfahren, nachdem wir in unserem Hotel Le Alpi eingecheckt hatten. Dort konnten wir uns nach getaner Arbeit in der Sauna aufwärmen und im Whirlpool unsere angespannten Muskeln massieren lassen. Bevor wir mit einem 5-Gänge-Menü die verbrannten Kalorien wieder auffüllen konnten. Vielen Dank an Tobias für die Hotelwahl 😊. 

Livigno ist vor allem als Skiort bekannt. Links und rechts des Hochtals bieten mehrere Gondelbahnen Aufstiegsmöglichkeiten, die wir aber nur in der Mitte der Woche bei schlechter Wetterprognose genutzt haben. Bikeparks bieten zahlreiche Abfahrtsmöglichkeiten, die wir zum Teil auch nutzten, allerdings meist erst nach schweißtreibender Auffahrt. Wobei der*die eine schwitzte mehr als der*die andere, da (auch das war früher anders) das eine oder andere E-Bike mit an Bord bzw. im Auto war. Wir werden eben auch nicht jünger, der Ü60-Anteil war exakt so hoch wie der U60. 

Der abendliche Wettercheck in den diversen Apps zeigte, wie schwer erstens die Wetterprognose in den Bergen ist und dass es zweitens viele unterschiedliche Wettermodelle gibt. Man konnte sich das passende Wetter beim Abendessen aussuchen, meistens kam es besser. Und deshalb entschieden wir uns beim Frühstück in der Regel für die langen Tagestouren. Am Sonntag ging´s zur Baitel del Grasso degli Agnelli, montags zum Berninapass auf 2.330 Meter, um von dort die lange Abfahrt nach Poschiavo zu machen. Zurück ging´s nach einer Pizza-Pause mit der Rhätischen Bahn auf die Passhöhe und von dort die Anfahrtsstrecke zurück nach Livigno, Gletscher-Panorama inklusive. 

Die Königsetappe am Dienstag führte über drei Pässe und über 1.600 Hm in einer Achterrunde durchs Hochgebirge. Stauseen, einsame Pfade, verlassene Almen und viele Murmeltiere bildeten das Ambiente für einen großartigen Tag. Und es blieb sogar noch Zeit für das beste Gelato, das es in Livigno zu finden gab. So viel leckeres Eis für 2,50 Euro hatte keiner*keine von uns erwartet, dieser Abstecher wurde zur Routine und Belohnung.  

Donnerstags trauten wir uns trotz ungewisser Wetterprognose auf eine „kleine“ Tour ins Valle de Federia. Dort hat es uns dann doch noch erwischt. Ein kurzer Schauer ließ uns spontan die Pläne ändern. Wir hängten noch ein paar Höhenmeter dran, fuhren einfach weiter bis zur Bergstation der Livigno Bahnen und kurzentschlossen die Tutti-frutti-Abfahrt ins Tal hinab. Dann halt Sauna statt Eis! Dafür war das Wetter am Freitag erheblich besser als prognostiziert. Zum würdigen Abschluss einer wunderbaren Woche fuhren wir zunächst zum Passo di Foscagno, querten am Hang ins Valle Foscagno, hatten eine sonnige Mittgspause bei der Alpe Trela (die leider schon geschlossen war) und fuhren über den Passo Trela (2.294 m) direkt zur Eisdiele ab. Was für eine perfekte Woche!