© Thomas Rychly

MTB-Woche Genua

Jedes Jahr im Dezember wird mit Spannung das Sektionsprogramm erwartet. Was hat sich Thomas Rychly diesmal für 2026 einfallen lassen? Man konnte es kaum glauben: "Bikewoche im Genua"? Traumhafte Trails und kulturelle Highlights in einer Großstadt? Auf Nachfrage, wie das denn sein könne, schickt Thomas ein paar Links zu dann doch sehr überzeugenden YouTube-Videos. 

Okay, dann wagen wir mal das Experiment. Bis Anfang April finden sich insgesamt zehn Biker. Eine Umfrage in der Whatsapp-Gruppe ergab ein recht ausgewogenes Verhältnis: sechs E-Biker und vier Bio-Biker. Fair enough. Dass es dann doch am Ende sieben E-Biker werden und nur drei, die es ohne Akku schaffen, tat der Sache dann keinen Abbruch mehr. Bis auf Markus waren wir ja auch alle nicht mehr die allerjüngsten.

Am 25. April machten wir uns frühmorgens auf den langen Weg nach Genua. Aus dem "Hotel in der Altstadt" wurde das Novotel am Hafen. Obwohl Thomas und Marion wie immer die Lage zuvor vor Ort erkundet hatten, fand sich kein geeignetes Hotel für zehn motivierte Mountainbiker. So mieteten wir einfach einen Konferenzsaal für unsere Räder und genossen das Flair einer internationalen Hotelkette.

Am Sonntag ging es zum Einfahren hinauf zu den Festungen von Genua. Immerhin über 900 Höhenmeter, die man zunächst nicht erwartet, wenn man in Genua auf das Meer blickt. Aber die Stadt ist am Hang gebaut und es dauert nicht lange, bis man aus der Stadt heraus und im bergigen Gelände unterwegs ist. Die Abfahrt mit Stellen bis S2 lässt Zeit für fantastische Ausblicke auf Genua. Die in den YouTube-Videos schmackhaft gemachte Aufstiegshilfe mit der Standseilbahn haben wir aber links liegen gelassen, schließlich hatten die meisten ja ihre Akkus vollgeladen. Und die drei Bio-Biker konnten am ersten Tag auch noch locker mithalten.

Nachdem alles gut geklappt hatte am ersten Tag und die Gruppe toll zueinander passte, wagten wir uns schon am zweiten Tag auf die Königsetappe zum Monte Figogna mit beeindruckender Kirche und Fernsicht. Nach über 50 km, zu Beginn heftigem Stadtverkehr und fast 1.500 Höhenmetern waren wir am Abend froh, wieder bei Tageslicht im Hotel anzukommen.

Am dritten Tag ging es zum Monte Fasce, der mit seinem beeindruckenden Antennenwald von weither erkennbar ist. Nach über 40 km und fast 1.100 Höhenmetern hatten wir uns das Gelato in der Altstadt von Genua redlich verdient. Diese war es dann auch durchaus wert, auf einen Tag Radfahren zu verzichten und eine der größten Altstädte Europas ausgiebig zu erkunden.

 

Aber wir waren natürlich zum Radfahren da und das Wetterglück blieb uns hold, so dass es an den letzten Tagen wieder zu den Festungen ging, Forte Fratello Minore und Maggiore waren unsere Ziele.

Unser Resümee: Tatsächlich kann man in Genua toll Mountainbiken. Die Stadt ist ein Geheimtipp, was man auch daran erkennen kann, dass sie eben noch nicht auf Biker richtig gut eingestellt ist. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Vielen Dank jedenfalls wieder an Thomas und Thorsten, die uns wie gewohnt hervorragend gecoacht haben und dafür sorgten, dass wir wieder einmal fantastische Bike-Momente erleben durften und ohne größere Blessuren den langen Heimweg am 2. Mai antreten konnten.

Stefan Simmel